Sportsenator Henkel fördert illegales Baden im Osten
»Kein Handlungsbedarf« für ein Freibad in Marzahn-Hellersdorf
Die sportpolitische Sprecherin Gabriele Hiller erklärt:
Sportsenator Frank Henkel sieht »keinen konkreten Handlungsbedarf« für ein Freibad in Marzahn-Hellersdorf, weil Berlin insgesamt gut mit Freibademöglichkeiten versorgt sei. So zu lesen in der Antwort auf meine Kleine Anfrage zum Freibaden im Osten und Südosten Berlins (DS 17/12868). Da hat der Senator nicht nur keine Ahnung, sondern offenbar auch schlechte Berater.
Denn der 250.000-Einwohner-Bezirk verfügt derzeit über keinerlei Möglichkeit zum Freibaden. Das Grundstück am Wernersee, auf dem vor über 100 Jahren ein solches errichtet wurde, wird gegenwärtig durch den Liegenschaftsfonds vermarktet. Auch das Argument, man könne innerhalb von 30 Minuten eine Badestelle erreichen, ist zynisch und zeugt von Unkenntnis und Ignoranz der Lebensverhältnisse der meisten Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirkes.
Wem das Geld für einen Urlaub am Meer fehlt oder, um in entfernt liegende Schwimmbäder zu fahren, der badet eben illegal im Trinkwassereinzugsgebiet Kaulsdorf. – Befördert durch Berlins Sportsenator Henkel Ideenlosigkeit in der Bäderdebatte. Dass Innensenator Henkel gleichzeitig auf den verstärkten Einsatz von Polizei und Ordnungsamt setzt, um dies zu unterbinden, ist einfach nur grotesk.
Wir erwarten, dass sich Senator Henkel ernsthaft mit dem Bezirk über ein Freibad für Marzahn-Hellersdorf verständigt.

