Staatsballett: Per Egotrip in den Untergang?
Haupthindernis Opernstiftungsdirektor Georg Vierthaler
Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:
Der Konflikt zwischen der Leitung des Staatsballetts Berlin und den Tänzerinnen und Tänzern des Ensembles dauert inzwischen ein Jahr. Allein im letzten halben Jahr fielen acht Vorstellung streikbedingt aus. Vorsichtige Schätzungen beziffern den Einnahmeausfall auf 250.000 bis 350.000 Euro – eine Summe, die angesichts der Lage vieler Künstlerinnen und Künstler in Berlin politisch nicht vertretbar ist!
Haupthindernis ist die hartnäckige Weigerung des Opernstiftungsdirektors Georg Vierthaler mit der von den Tänzerinnen und Tänzern gewünschten Gewerkschaft verdi Gespräche auch nur aufzunehmen. Um diese Blockade zu überwinden, hatte verdi zwei neutrale Persönlichkeiten – Prof. Georg Quander (ehemals Intendant der Staatsoper Berlin) und Dr. Gregor Gysi – als Schlichter beziehungsweise Mediatoren vorgeschlagen. Jetzt wurde bekannt, dass Vierthaler es auch ablehnt, mit diesen zu sprechen.
Wir halten diese Position, die geeignet ist, das Staatsballett in den Untergang zu treiben, für nicht mehr hinnehmbar. Wir fordern den Regierenden Bürgermeister Michael Müller als Vorsitzenden des Stiftungsrates auf, den Opernstiftungsdirektor an den Verhandlungstisch mit den vom Ensemble gewünschten Vertretern zu bewegen. Mit jeder anderen Haltung würde er die Zerstörung des Berliner Staatsballetts befördern.

