Staatsopernsanierung – ein Triumph der Maßlosigkeit?

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Ergebnis des Zuständigkeitswechsels war aufgeblasenes Bedarfsprogramm

Zur heutigen Zeugenvernehmung des Kultursenators a.D. Dr. Thomas Flierl erklärt der Sprecher im Untersuchungsausschuss Staatsoper, Wolfgang Brauer:

Auch Dr. Thomas Flierl bestätigte, dass der »Freundeskreis der Staatsoper« in Person Peter Dussmanns auch ihm gegenüber bekräftigt hatte, dass die Freunde der Staatsoper für einen Betrag von 30 Millionen Euro einstehen würden. Niemand habe daran gezweifelt, dass die Beträge nach Zusage auch fließen.

Zudem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Sanierung der Staatsoper in diesem Ausmaß zu Beginn nicht geplant war. Sowohl die Senatskulturverwaltung als auch der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin vertraten noch im September 2005 die Position, dass für einen Betrag von ca. 122 Mio. Euro eine technisch-funktionale Generalsanierung der Oper machbar gewesen wäre. Nach der Aussage Dr. Flierls wurde diese Variante mit dem Übergang der Zuständigkeit für den Kulturbereich an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) grundsätzlich verworfen.

Ergebnis dieses Zuständigkeitswechsels war ein aufgeblasenes Bedarfsprogramm, das de facto auf die Erstellung eines neuen Opernhauses in der alten Form hinauslief. Möglich wurde dies erst nach Bewilligung von Mitteln in Höhe von 200 Millionen Euro durch den Bund.

Wenn sich jetzt die SPD so geballt auf die versprochenen Gelder von den Freunden der Staatsoper konzentriert, sollte nicht übersehen werden, dass das eigentliche Problem bei den übermäßigen Wunschvorstellungen der Nutzer und deren Akzeptanz durch den Bauherren, den Senat von Berlin, liegt. Hier hätte es einer politischen Entscheidung auf der Basis planerischer und haushälterischer Vernunft bedurft. Im Gegenteil dazu wurde Ende 2006 auf dem Berliner Opernplatz offenbar die Büchse der Pandora noch einmal geöffnet – und es entwich der Virus des Größenwahns.

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