Tempelhofer Feld: Echte Bürgerbeteiligung statt Planung von oben

Katrin LompscherDIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Vor 5 Jahren wurde der Flughafen Tempelhof geschlossen

Aus Anlass der Schließung des Flughafens Tempelhof vor 5 Jahren erklärt die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Katrin Lompscher:

Als der Flughafen Tempelhof am 30. Oktober 2008 nach erbittertem politischen Streit und erfolglosem Volksentscheid geschlossen wurde, herrschte große Ungewissheit über dessen Zukunft. Mit dem Vorschlag, eine Internationale Gartenausstellung IGA durchzuführen und eine Projektgesellschaft mit Zukunftskonzepten für das Feld und das Gebäude zu gründen, wollte der Senat seinerzeit dem Vorwurf der Tatenlosigkeit vorbeugen.

Im Mai 2010 wurde das Feld als öffentlicher Park zugänglich gemacht und ist in kürzester Zeit zum beliebten Freizeitort geworden. Berlinerinnen und Berliner haben sich das Feld zu Eigen gemacht, innovative Zwischennutzungen sind entstanden. Die Planung der IGA führte deshalb zu Konflikten. Der Senat hat reagiert, die IGA ist im Herbst 2012 von Tempelhof nach Marzahn verlegt worden.

Genauso umstritten ist von Beginn an eine mögliche Randbebauung. Der Senat treibt die Planungen dafür ungeachtet anhaltender Kritik und des laufenden Volksbegehrens 100% Tempelhofer Feld voran.

Statt der fortgesetzten Planung von oben und der Schaffung baulicher Tatsachen bekräftigen wir unsere Forderung nach einem Moratorium, einer echten Bürgerbeteiligung und einer Einbeziehung des Umfeldes in die Konzepte. Der Bau des Wasserbeckens ist zurückzustellen, die Änderung des Flächennutzungsplanes ist umgehend einzuleiten. Nur so kann die Gesamtplanung mit einer umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung debattiert werden. Die begonnenen Bebauungsplanverfahren sind so lange auszusetzen. Die Planungen für Stadtumbauprojekte in den angrenzenden Stadtquartieren sind mit Maßnahmen zum Schutz vor Verdrängung und zur Mietdämpfung zu verbinden.

Kontakt