Trotz angeblicher Ahnungslosigkeit: Schwarz trägt Hauptverantwortung für BER Desaster
Er wusste es nicht besser, keiner hat ihm was gesagt und im Zweifel war er nicht
Zum öffentlichen Teil der zweiten Zeugenvernehmung des ehemaligen Geschäftsführer des BER, Herrn Dr. Rainer Schwarz, erklärt das Mitglied des BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek:
Auch in seiner zweiten Befragung blieb Herr Schwarz seiner Linie treu: Er wusste es nicht besser, keiner hat ihm was gesagt und im Zweifel war er nicht zuständig. Dabei befassten sich seit der Jahreswende 2011/12 zig Runden von Projektverantwortlichen, Beratern, Sachverständigen, Controllern mit der Tatsache, dass der Flughafen nicht wie genehmigt zum 3. Juni 2012 fertiggestellt werden konnte. Man debattierte in Permanenz über provisorische Ersatzmaßnahmen und Ersatz für diese Ersatzmaßnahmen, deren Halbwertszeit im freien Fall war. Die bloße Anwesenheit der Verantwortlichen aus der Genehmigungsbehörde in diesen Runden galt der Geschäftsführung quasi als Genehmigung für noch so abenteuerliche Möglichkeiten der Inbetriebnahme. Eine illusionäre »Lösung« jagte die andere, nur der Geschäftsführer Schwarz hat von alldem nichts gehört, nicht gesehen, nichts gewusst.
Trotz dieser »Ahnungslosigkeit« hatte Schwarz selbst im Februar 2012 die im Unternehmen geführten Diskussionen über eine nochmalige Verschiebung oder eine stufenweise Inbetriebnahme untersagt. Letztlich ist es egal, ob der Geschäftsführer Schwarz nichts über den tatsächlichen Bauzustand wusste, ihn nicht zur Kenntnis nehmen wollte oder diesen nach dem Crash einfach verdrängte, in jedem Fall trägt er die Hauptverantwortung für das Desaster sowie den materiellen und finanziellen Schaden. Zum finanziellen Schaden hatte Herr Schwarz sowieso eine sehr einfache Lösung – und nur diese – parat: die Gesellschafter, also die Steuerzahler, müssen zahlen.

