Überfällige Entscheidung
Gesetzesinitiative für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der Wirtschaft
Zur Bundesratsentscheidung, eine Gesetzesinitiative für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der Wirtschaft auf den Weg zu bringen, erklärt die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer:
Dass sich im Bundesrat auch CDU-geführte Länder gegen die Bundesregierung stellten, ist ein weiteres Zeichen für die Zerrissenheit der schwarz-gelben Koalition. Damit steht die Familienministerin nun unter Druck, ihre Blockadehaltung aufzugeben.
Die Entscheidung im Bundesrat war lange überfällig. Heute ist nur jedes zehnte Mitglied eines Aufsichtsrats eine Frau. Dies schnellstens zu ändern, ist nicht allein ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch ökonomischer Vernunft. Dennoch greift die Forderung nach einer 40prozentigen Mindestquote in Aufsichtsräten noch immer zu kurz.
Ein Antrag der Fraktion DIE Linke fordert den Berliner Senat auf, sich für eine wirksame Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und anderen Spitzenpositionen der Wirtschaft einzusetzen. Wir fordern die 50prozentige Besetzung aller Führungspositionen mit Frauen. Das geht weit über das jetzt vom Bundesrat Vorgesehene hinaus.

