Verbot von Straßenstrichen löst kein Problem – es fördert nur Gewalt gegen Frauen

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Es ist wichtig, die betreffenden Frauen über ihre Rechte zu informieren

Abgeordnete der Berliner CDU fordern ein Verbot von Straßenstrichen in Berlin. Dazu erklärt die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer:

Nach neuesten Angaben gibt es in Berlin etwa 8.000 Prostituierte. Ein Teil dieser Frauen schafft auf einem der vier etablierten Straßenstriche (Kurfürstenstraße, Oranienburger Straße, Am Nordhafen und Straße des 17. Juni) oder kleineren in diesem Jahr entstanden Orten an.

Straßenstriche sind nicht illegal und es ist faktisch nicht möglich, die Straßenprostitution abzuschaffen. Studien belegen, Verbote oder die Einrichtung von Sperrzonen verdrängen nur Prostituierte in öffentlich weniger sichtbare Orte, wo sie viel eher und größeren Gefährdungen durch Zuhälter und Freier ausgesetzt sind. Darüber hinaus fördert dies die Zwangsprostitution, da es schwieriger wird, den Opfern zu helfen.

Beim Straßenstrich liegt die Vermutung nahe, dass Not und Ausweglosigkeit die Frauen dazu bringt, sich zu prostituieren. Es ist wichtig, die betreffenden Frauen über ihre Rechte zu informieren. Wenn sie gezwungen werden, sich zu prostituieren oder den Ausstieg aus der Prostitution wollen, kann ihnen geholfen werden. In Berlin existiert eine gut funktionierende und professionelle Infrastruktur aus Projekten, die Prosituierte oder Opfer von Menschenhandel unterstützen. Es ist wichtig, diese Strukturen zu stärken. Darüber hinaus haben wir in Berlin gute Erfahrungen mit Runden Tischen, bei denen Politik, Verwaltung, Polizei, Bürgerschaft, Hureninteressenvertretungen und Straßensozialarbeiter miteinander nach einer Lösung bei Problemen suchen.