Völkermord an Armeniern endlich anerkennen
Veranstaltung zum 100. Jahrestag des Völkermordes am Armenischen Volk
Anlässlich einer Veranstaltung zum 100. Jahrestag des Völkermordes am Armenischen Volk im Berliner Abgeordnetenhaus erklärt der Sprecher für Inneres, Partizipation und Flüchtlinge Hakan Taş:
Am 24. April dieses Jahres jährt sich die Zwangsumsiedlung von hunderttausenden Armeniern aus Ostanatolien zum 100. Mal. Bereits die Vertreibung von Menschen aus ihren angestammten Siedlungsgebieten ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 1915 wurden hunderttausende Menschen aus ihren angestammten Siedlungsgebieten zwangsweise vertrieben. Ihr Tod wurde bewusst in Kauf genommen. Aber es wurden nicht nur Menschen aus ihren angestammten Siedlungsgebieten vertrieben, auch führende Persönlichkeiten der armenischen Gemeinden aus vielen Städten des Osmanischen Reiches wurden zu diesem Todesmarsch getrieben. Dieser zeigt klar und eindeutig, dass es sich um eine systematische Aktion gegenüber dem Armenischen Volk gehandelt hat.
Die Gegenargumente und Äußerungen der türkischen Seite sind nicht nur untauglich, sie zeigen auch, dass gar kein Schuldbewusstsein existiert. Die Regierungen der Republik Türkei tragen selbstverständlich keine Schuld an den Ereignissen von 1915, aber eine historische Verantwortung. Zumal die Schulbücher in der Türkei vollen Lobes über das Osmanische Reich sind. Man kann sich aus seiner Geschichte nicht die Rosinen herauspicken. Wer die sicherlich vorhandenen positiven Aspekte seiner Vergangenheit lobt, ist auch in der Pflicht, die in der Vergangenheit begangenen Verbrechen zu benennen. Der hundertste Jahrestag des Völkermordes ist ein geeignetes Datum, hier einen Schlussstrich zu ziehen und eine Ära der Freundschaft zwischen beiden Völkern und Staaten zu eröffnen.

