Vom BER nichts Neues: Mehdorn zieht durchwachsene Bilanz

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Keine Führungsstruktur, keine Unternehmenskultur, keine Projektsteuerung, keine verlässliche Rechnungslegung

Zur Aussage des ehemaligen Flughafen-Chefs Hartmut Mehdorn erklärt das Mitglied im BER-Untersuchungsausschuss Jutta Matuschek:

Katastrophal. Dieses Wort gleicht bei Betrachtung dessen, was der ehemalige Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn bei seinem Amtsantritt vorgefunden hatte und nun dem Untersuchungsausschuss vortrug, eher noch einer Beschönigung: keine Führungsstruktur, keine Unternehmenskultur, keine Projektsteuerung, keine verlässliche Rechnungslegung – weder im Unternehmen noch auf der Baustelle. Insofern habe er, Mehdorn, seine vordringlichste Aufgabe darin gesehen, eine Struktur zu schaffen, in der jeder Beteiligte seine konkrete Aufgabe erkennen und ausführen konnte.

Mehrfach kritisierte Mehdorn die hohe Zahl an Leiharbeitern bei der FBB. Diese hätten sich wegen ihrer ungewissen Beschäftigungssituation nicht mit dem Unternehmen und dem Projekt identifizieren können. Mehdorn behauptete, die Flughafengesellschaft habe vor seiner Zeit nicht wirklich als Bauherr fungiert. Dies habe sich indes inzwischen geändert.

Unzureichend blieben die Aussagen Mehdorns zu den Vertragsbeziehungen mit den an Bau und Planung beteiligten Firmen. Am Beispiel Imtech wiederholte er seine Behauptung, dass der FBB durch Vorauszahlungen o.ä. kein Schaden entstanden sei. Da es bis heute keine Schlussrechnung gebe, sei auch nicht geklärt, ob bisher zu viel oder zu wenig gezahlt worden sei. Die Rechnungsprüfung könne sich noch Jahre hinziehen. Wenn es zu keiner Einigung käme, müsse man sich notfalls vor Gericht treffen, so Mehdorn.

Damit wird wieder deutlich, dass die gesamte Kostenschätzung zu den schon angefallenen und noch ausstehenden Rechnungen nach wie vor nicht belastbar ist.

Mehdorn bestätigte, dass der BER zum geplanten Termin auf keinen Fall hätte eröffnet werden können. Das habe nicht allein am Brandschutz gelegen, sondern es sei »sehr, sehr viel mehr« nicht fertig gewesen. Er selbst hätte drei, vier Monate gebraucht, um zu erkennen, dass man nicht einfach so hätte weiter bauen können. Erst jetzt seien 4.000 »Meilensteine« fixiert, die nun schrittweise abgearbeitet werden müssten.