Vorschläge des Aktionsrates führen nicht zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Carola BluhmDIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Konkurrenz- und Marktlogik führen zu einer Vertiefung der sozialen Spaltung

Die Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin Carola Bluhm erklärt:

Die Reformvorschläge des Aktionsrates für Bildung führen nicht zu besserer Qualität und Chancengleichheit im Bildungswesen. Die Überführung der Schulen in private Trägerschaft, Schulrankings und vollständige Autonomie folgen einer Konkurrenz- und Marktlogik, die zu einer Vertiefung der sozialen Spaltung führt. Das hält die Linksfraktion für falsch.

Wer Qualität und Chancengleichheit will, sollte sich an den erfolgreichen PISA-Staaten orientieren. Die dortigen integrativen Schulsysteme sind innovativ und leistungsfähig, weil sie auf ein gesundes Verhältnis zwischen schulischer Eigenverantwortung und staatlicher Steuerung setzen. In diesem Sinne hat die rot-rote Landesregierung in Berlin mit der Reform des Schulgesetzes und Maßnahmen wie der Personalkostenbudgetierung bereits wichtige Weichen gestellt.

Mit der Pilotphase zur Gemeinschaftsschule geht Rot-Rot einen weiteren Schritt. Entscheidend ist dabei eine bessere individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Die vom Aktionsrat vorgeschlagene Abschaffung der Hauptschulen greift angesichts bestehender Defizite zu kurz. Das Problem der Selektion mit seinen bildungspolitischen Folgen bleibt auch in einem zweigliedrigen Schulsystem bestehen. Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule können vereinzelte Zusammenschlüsse von Haupt- und Realschulen sinnvoll sein, wenn sie integrativ  und vor Ort gewollt sind.

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