Wir schlafen nicht
Nazis wollen »Volkszorn« nutzen
Die Abgeordnete Evrim Baba erklärt:
Vier Tage nach dem 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges, treibt Nazis im Bezirk Lichtenberg der vermeintliche Kampf gegen Drogen und für das Kindeswohl um. Zwischen 8 und 11 Uhr wollen sie eine so genannte Mahnwache auf dem Vorplatz des Bahnhofs Lichtenberg im Weitlingkiez abhalten.
Drogen, Kindesmissbrauch und -mord lösen in der Öffentlichkeit starke Emotionen aus. Diese möchten die Nazis zu gerne nutzen und die Rolle als Sprechers des »Volkszorns« übernehmen. Wenn es nach ihnen ginge, sollte sich dieser am Besten sofort gegen den Laden »Buschmann« im Weitlingkiez Lichtenberg kanalisieren, der legale Hanfprodukte vertreibt.
Aufgerufen hat für den kommenden Samstag die meist uniformiert auftretende Nazi-Kameradschaft »Frontbann 24«. Dabei handelt es sich um eine Nazitruppe, die sich selbst in der Tradition der faschistischen Wehrbewegung Frontbann sieht, die im August 1924, nach dem gescheiterten Hitlerputsch, von Ernst Röhm als Ersatz- und Dachverband für die SA und andere paramilitärische Gruppierungen gegründet worden war. Somit sieht sie sich in die Tradition derer, deren »Sorge um das Kindeswohl« letztlich zur Ermordung von etwa 1,5 Millionen Kindern geführt hatte.
Mögen die Nazis sich noch so früh zusammenrotten - Wir schlafen nicht! Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wollen wir den Nazis am Samstag ab 7.30 Uhr auf dem südlichen Teil des Vorplatzes des Bahnhofs Lichtenberg zeigen, wo sie hingehören: Nicht nach Lichtenberg und auch sonst an keinen Ort.

