Zuerst die Pflicht, dann die Kür

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Olympiabewerbung und -ausrichtung ist mit einer Fan-Meile nicht vergleichbar

Die sportpolitische Sprecherin Dr. Gabriele Hiller erklärt:

Die gegenwärtige Freude um die gewonnene Fußball-WM darf nicht Vernunft und Verantwortungsbewusstsein im Senat ausschalten.

Natürlich sind große Sportereignisse in Berlin willkommen. Aber eine Olympiabewerbung und -ausrichtung ist mit einer Fan-Meile nicht vergleichbar. Die Bewerbung um Olympische Spiele konzentriert Aufmerksamkeit und Mittel für Belange, die an den aktuellen Problemen der Stadt vorbei gehen. Auch wäre nicht der Sport vor Ort, in den Vereinen und Schulen, Profiteur einer Bewerbung um Olympische Spiele, sondern vor allem die Sportindustrie und -funktionäre, ganz an der Spitze das IOC. Hier an eine grundlegende Reformierbarkeit zu glauben, ist naiv.

Die richtige Reaktion wäre, wenn der Senat endlich in die Bäderbetriebe, den Schul- und Breitensport investiert: in den Jahnsportpark, den Schulsport in Steglitz-Zehlendorf oder ein Freibad in Marzahn-Hellersdorf. Auch könnte der Senat sein Versprechen an den Leistungssport einlösen und den »Solidarpakt« realisieren. Eine Olympiabewerbung wäre immer die Kür. Bislang kümmert sich der Senat nicht einmal um die Pflicht.

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