Zwei Jahre Chaos nach dem Chaos

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

BER: Der Flughafenbau ruht weitestgehend und eine Eröffnung ist nicht absehbar

Anlässlich der Absage des Flughafen-Eröffnungstermins vor zwei Jahren erklärt das Mitglied im BER-Untersuchungsausschuss Jutta Matuschek:

Vor zwei Jahren, am 8. Mai 2012, wurde auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz die kurzfristige Absage des Eröffnungstermins des Flughafens BER verkündet. Die seinerzeit von den Geschäftsführern Dr. Schwarz und Dr. Körtgen genannten Gründe und die Hoffnung auf eine baldige Eröffnung waren Ausdruck einer schon seit 2010 andauernden Realitätsverweigerung bei den Verantwortlichen von Flughafengesellschaft und Projektsteuerung und zugleich Bestandteil einer organisierten Vertuschungsstrategie über die wahren Zustände auf der Baustelle.

Spätestens seit Dezember 2011 ging es diesen Leuten nur noch um eine »Irgendwie–Eröffnung«. Das Risiko eines unsicheren Betriebsablaufs, eines Zusammenbruchs der Abfertigungsprozesse, der Verlust jeglicher Rückfallvarianten durch die Schließung des Tegeler Flughafens waren der FBB-Geschäftsführung bekannt. Doch die Schuld für ein solches Szenario sollte zielgerichtet der pg bbi zugewiesen werden. Um dieses Schwarze-Peter-Spiel betreiben zu können, wurde innerhalb der Projektorganisation und –steuerung der wichtige Informationsfluss über Fertigstellungsverzögerungen, fehlende Abnahmen, Koordinierungschaos u.a.m. regelrecht gekappt.

Wie die kleinen Kinder, die sich die Augen zuhalten und meinen, nicht gesehen zu werden, versuchten Schwarz und Körtgen sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Die beteiligten Firmen pochten auf ihre vertraglich vorgeschriebenen Schweigegelübde und hofften auf weitere Nachzahlungen.

Die Schuldzuweisung an die Planergemeinschaft pg bbi vor zwei Jahren brachte nicht den Befreiungsschlag, auch nicht der zeitweilige Wechsel des Aufsichtsratsvorsitzes. Im Gegenteil, immer noch verhakeln sich die Gesellschafter in ihrem unterschiedlichen Interessengeflecht, ruht der Bau weitestgehend und eine Eröffnung ist nicht absehbar.