Verkehrssenatorin Bonde träumt weiter von einer Magnetschwebebahn, während die Berliner Fahrgäste im Alltag leiden
Eine Rekordzahl an S-Bahn-Linien hat zu Wochenbeginn mit Signalstörungen zu kämpfen und versinkt im Chaos. Ab 2026 verschärft sich die Lage weiter, wenn die Stadtbahn monatelang auch noch den Regional- und Fernverkehr zusätzlich schultern muss, während die parallelen Gleise gesperrt werden. Auch die U-Bahn kämpft mit massiven Zuverlässigkeitsproblemen. Währenddessen verkündet Verkehrssenatorin Ute Bonde weiter unbeirrt ihre Zukunftsfantasien einer Magnetschwebebahn für Berlin.
Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, erklärt zu den aktuellen Zuständen im Berliner Nahverkehr und den Luftschlössern der Verkehrssenatorin:
„Realität und politisches Handeln klaffen bei Senatorin Bonde immer dramatischer auseinander. Leidtragende sind alle Fahrgäste, die auf eine funktionierende S-Bahn angewiesen sind und jeden Tag eine neue Schreckensmeldung vernehmen. Selbst in einem kürzlich erschienenen Interview entschuldigte sich Senatorin nicht bei den Berliner Fahrgästen für ihre Aussage im Berliner Abgeordnetenhaus, dass es keine Krise bei der BVG gebe: Nein, im Gegenteil, sie verteidigte noch ihre Aussage.
Wo bleibt der Aufschrei der Verkehrssenatorin? Die für die marode Technik bei der Berliner S-Bahn zuständige DB-Tochter infraGo hat offen eingestanden, dass die Erneuerung der störanfälligen Anlagen erst irgendwann in den 2030er Jahren erfolgen soll. Statt lautstark einzuschreiten, die Sofortmaßnahmen einzufordern und die Interessen der Berliner Fahrgäste zu vertreten, träumt sie öffentlich weiter von einer Magnetschwebebahn.
Die Senatorin betont, dass selbst mit einem Sondervermögen des Bundes wichtige Straßenbahnprojekte, die vergleichsweise schnell und günstig für Entlastung sorgen könnten, nicht realisiert werden. Dies zeigt deutlich, wie die Senatorin die Berliner Öffentlichkeit an der Nase herumführen will. Straßenbahnprojekte zu blockieren, um eine Magnetschwebebahn durchzusetzen, ist verkehrspolitischer Unsinn.
Eine oberirdische Magnetschwebebahn passt nicht in den engen, dichten Berliner Stadtraum. Sie wäre deutlich teurer und wartungsintensiver als Straßenbahn-infrastruktur. Wir prophezeien: Solch eine Bahn vom ICC zum BER wird zum finanziellen Desaster für Berlin werden.
Die Linksfraktion fordert Senatorin Bonde dazu auf endlich Verantwortung für die Berliner Fahrgäste zu übernehmen CDU und SPD sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie es sein werden, die 2026 die Versäumnisse der Verkehrssenatorin werden ausbaden müssen. Berlin braucht jetzt eine Verkehrssenatorin, die Druck auf DB infraGO macht, die bestehenden Netze stärkt und längst überfällige Projekte anpackt.“

