
Eda Terkan
gewählt über die Bezirksliste Treptow-Köpenick
Zur Person:
1. Was hat Dich in die Politik gebracht?
Wenn man in Schleswig-Holstein als eines der wenigen Kinder mit Migrationsgeschichte aufwächst, merkt man schnell: Ich werde anders behandelt. Man fragt sich: Liegt das an mir? An den anderen? Irgendwann hinterfragt man Strukturen. An meinem Gymnasium mit über 1.000 Schüler*innen gab es vielleicht zehn Kinder mit Migrationsgeschichte. Das war für mich politisierend. Ich wollte verstehen, warum solche Unterschiede entstehen und selbst etwas verändern. Als Lehrerin habe ich erlebt, wie viele Probleme im Klassenzimmer ankommen und welche Hürden Kinder täglich überwinden müssen.
2. Was ist Deine Vision von Berlin?
Ich will ein Berlin, in dem alle gut leben können, unabhängig von Geld oder Herkunft. Als Lehrerin liegen mir Schule und Bildung besonders am Herzen. Unser Schulsystem ist überlastet. Schüler*innen brauchen gute Bildung, Lehrkräfte mehr Zeit für ihre Arbeit. Wer in einer überfüllten Wohnung lebt, kann sich schlechter auf die Schule konzentrieren. Deshalb kämpfe ich für bezahlbare Wohnungen, soziale Kieze und Zusammenhalt. Berlin soll bezahlbar, sozial und lebenswert für alle sein.
3. Welche Geschichte einer Berlinerin oder eines Berliners hat Dich bewegt?
Am Infostand erzählte mir eine ältere Frau von ihrem Sohn. Er verlor seinen Job und musste aus seiner zu teuren Wohnung ausziehen. Seit drei Jahren lebt er wieder bei ihr, weil er keine bezahlbare Wohnung findet. Das belastet beide und führt zu Konflikten. Ihre Traurigkeit blieb mir sehr im Gedächtnis: Ihre Rente hatte sie sich anders vorgestellt. Diese Geschichte zeigt, was politische Entscheidungen im Alltag bedeuten. Diese Erfahrungen gehören ins Abgeordnetenhaus. Denn nicht Politiker*innen machen Berlin aus, sondern die Menschen, die hier leben.
Kontakt
Im Abgeordnetenhaus:
terkan@linksfraktion.berlin
