Berlin braucht Lehrkräfte – Sondermittel für Lehrkräftebildung müssen bleiben

Am 14. November behandelt der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses in zweiter Lesung den Wissenschaftshaushalt für 2026/27. Im Fachausschuss hatten die Koalitionsfraktionen CDU und SPD dazu einen Änderungsantrag eingebracht, der unter anderem die vollständige Streichung der im Senatsentwurf bereits gekürzten Sondermittel für Lehrkräftebildung beinhaltet. Es wird erwartet, dass die Koalition diesen Antrag auch im Hauptausschuss einbringen und beschließen wird. Betroffen wären die unter Rot-Rot-Grün ins Leben gerufenen Programme „Beste Lehrkräftebildung für Berlin“ und „Steigerung Lehramtsabsolvierende“, für die im Haushaltsjahr 2025 rund 19 Millionen Euro zur Verfügung standen.

Dazu erklärt Franziska Brychcy, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Schwarz-rot bringt mit diesem Änderungsantrag nicht nur den vom Vorgängersenat angestoßenen, dringend benötigten Kapazitätsausbau zum Erliegen. Neben Maßnahmen zu Studierendengewinnung, werden auch solche zur Verbesserung der Studienqualität den Streichungen zum Opfer fallen, z.B. Projekte zur besseren Verzahnung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik oder der Ausbau von sogenannten Lehr-Lern-Laboren an der FU, in denen Studierende mit Schüler*innengruppen zusammenarbeiten. Dadurch werden absehbar noch weniger Studierende ihr Studium erfolgreich zum Abschluss bringen, obwohl das Land Berlin nach wie vor händeringend Lehrkräfte sucht: Laut neuer Lehrkräftebedarfsprognose müssen selbst im Schuljahr 2032/33 noch knapp 4.000 Vollzeitlehrkräfte neu eingestellt werden. Mit zuletzt etwa 1.200 Absolvent*innen pro Jahr sind wir davon Lichtjahre entfernt.“

Tobias Schulze, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion, ergänzt:

„Die Koalition begründet ihren Antrag damit, dass die Sondermittel künftig in den Hochschulverträgen enthalten seien. Das ist lediglich ein Taschenspielertrick: Die gerade erst nachverhandelten Hochschulverträge wurden um einen dreistelligen Millionenbetrag gekürzt. Damit steht den Universitäten künftig deutlich weniger Geld zur Verfügung, auch für die Lehrkräftebildung. Hinzu kommt, dass sich die Kürzungen in den Hochschulverträgen auch auf die Fachwissenschaften auswirken, die wiederum ein zentraler Bestandteil auch der Lehrkräftebildung sind. Und das alles, obwohl die aktuelle Steuerschätzung für Berlin in 2026/27 deutliche Mehreinnahmen prognostiziert.“