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Rückenwind für Gemeinschaftsschule

Auch die 25 EU-Bildungsminister betonen die negativen Auswirkungen des gegliederten Schulsystems

Die Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin Carola Bluhm erklärt:

Die Koalitionsparteien haben den »Einstieg in die Gemeinschaftsschule« beschlossen. Zwei Botschaften dieser Woche unterstützen diese Entscheidung.

So betonten jetzt auch die 25 EU-Bildungsminister die negativen Auswirkungen des gegliederten Schulsystems. Ihre Kritik an der frühzeitigen Auslese von Schülerinnen und Schülern knüpft an die Europäische Kommission, die im September 2006 mitteilte: »In Bildungssystemen, in denen die Differenzierung der Schüler bereits früh erfolgt, prägen sich die auf den sozialen Hintergrund zurückzuführenden Unterschiede beim Bildungsniveau stärker aus (...)«

Heute nun stellte die Kultusministerkonferenz die Ergebnisse der so genannten »Pisa-I-Plus«-Studie, einer Längsschnittstudie zur Entwicklung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenzen vor. Es zeigte sich, dass 40 Prozent der getesteten Zehnklässler in Mathematik und 56 Prozent in Naturwissenschaften im Laufe eines Schuljahres keinen namhaften Lern- und Leistungsfortschritt erkennen lassen. Das ist ein weiteres deutliches Alarmzeichen. Ebenso wie die Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg steht die Frage der Unterrichts- und Lernkultur auf der Tagesordnung.

Wir brauchen einen Mentalitätswechsel in den Schulen, der das individuelle Lernen in der Gemeinschaft in den Vordergrund stellt, der Verschiedenheit als normal akzeptiert  und die heterogenen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen entsprechend berücksichtigt. Individuelles Lernen in der Gemeinschaft, individuelle Förderung und eine neue Lern- und Unterrichtskultur in den Schulen werden sich nur entwickeln können, wenn das Tabu der gegliederten Schulstruktur fällt und sich eine gemeinsame Schule für alle Kinder vom 1. bis zum 10. Schuljahrgang bzw. bis zum Abitur herausbilden kann.

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