Berliner Linksfraktion will Anzahl der Gemeinschaftsschulen bis 2031 verdoppeln
Aktuelle, noch unveröffentlichte, schriftliche Anfragen der Linksfraktion belegen, dass Gemeinschaftsschulen sehr inklusiv arbeiten und deutlich mehr Schüler*innen mit einem Förderbedarf aufnehmen als Gymnasien. Während ihr Anteil an Gemeinschaftsschulen bei 8 Prozent liegt, weisen an Gymnasien lediglich 0,9 Prozent einen Förderbedarf aus. Zudem belegen die Zahlen, dass die Nachfrage nach den 30 Prozent der Grundstufenplätze an Gemeinschaftsschulen, die unabhängig vom Einschulungsgebiet vergeben werden, deutlich über dem Angebot liegen. Im Schuljahr 2022/23 gab es 950 Bewerbungen auf nur 550 Plätze.
Ab dem kommenden Schuljahr 25/26 gibt es in Berlin insgesamt 27 öffentliche Gemeinschaftsschulen. Durch Schulneubau, Umwandlung oder Fusion von bestehenden Schulen will Die Linke die Anzahl der Gemeinschaftsschulen bis 2031 verdoppeln. Dafür hat die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus auf ihrer Klausur in Leipzig ein Förderkonzept für Gemeinschaftsschulen vorgelegt.
Dazu erklärt Franziska Brychcy, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:
„Gemeinschaftsschulen gelingt es durch längeres gemeinsames Lernen und konsequent inklusives Arbeiten jenseits von Noten und Leistungsdruck am besten, Bildungschancen für Schüler*innen unabhängig vom Geldbeutel und dem Bildungsstand der Eltern zu ermöglichen. Nicht zufällig wurden 2024 mit der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule und der Friedenauer Gemeinschaftsschule gleich zwei Berliner Gemeinschaftsschulen mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet
Auch beim umkämpften Übergang in die Sekundarstufe I können Gemeinschaftsschulen, an denen Schüler*innen von Klasse 1 bis 13 gemeinsam lernen, einen Ausweg bieten: Das Wegfallen des obligatorischen Schulwechsels nach Klassenstufe 6 nimmt massiv Stress aus den Familien. Sie setzt damit der segregierenden schwarz-roten Politik mit der Verengung des Zugangs zum Gymnasium wirksam etwas entgegen.
Mit einem Förderprogramm für Gemeinschaftsschulen wollen wir deshalb Neugründungen durch Priorisierung bei der Berliner Schulbauoffensive sowie Umwandlungen oder Fusionen von bestehenden Schulen zu Gemeinschaftsschulen unterstützen. Dafür wollen wir Anreize in Form von Mitteln für Weiterbildung, Schulentwicklung und zusätzliches Personal setzen. Unser Ziel ist es, dass bis 2031 in jedem Bezirk mindestens 2 neue Gemeinschaftsschulen auf den Weg gebracht werden und somit die Anzahl der Gemeinschaftsschulen in Berlin zu verdoppeln.”
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