Gemeinwohl oder Börse - BBU sollte Spagat beenden
Auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat deren Verbandspräsidentin Maren Kern aktuelle Zahlen zur wohnungspolitischen Entwicklung in Berlin und insbesondere bei den Mitgliedsunternehmen des BBU vorgestellt.
Dazu erklärt Niklas Schenker, Sprecher für Mieten, Bauen und Wohnen der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:
„Wir freuen uns, dass der BBU nun auch endlich ein hartes Vorgehen gegen dreiste Vermieter und die konsequente Durchsetzung von Mieterrechten fordert. Mit einem vollständigen Mietenkataster, welches auch Abzocke mit möbliertem Wohnen und Vermietung auf Zeit erfasst und unterbindet, werden wichtige Instrumente benannt.
Die Zahlen des BBU zeigen auch, dass der Neubau durch öffentliche Unternehmen einen immer größeren Anteil am Neubau einnimmt. Da private Bauherrinnen, wie vom BBU korrekt dargestellt, nicht bezahlbar bauen können, ist das der richtige Weg. Folgerichtig ist daher die Forderung, hier eine verlässliche Finanzierung für den kommunalen Neubau bereitzustellen - wie auch in unserem Kommunalen Wohnungsbauprogramm skizziert.
Misslich ist, dass der BBU nach wie vor den Spagat versucht, für Landeseigene Wohnungsunternehmen und Genossenschaften einerseits, für börsennotierte Großkonzerne wie Vonovia andererseits zu sprechen. Wer, wie Vonovia, durch illegale Mieterhöhungen und Heizkostenabzocke auffällt, sollte nicht im selben Verband vertreten sein, wie unsere Landeseigenen Wohnungsunternehmen und die Genossenschaften, die gemeinsam das Rückgrat der sozialen Wohnraumversorgung bilden. Auch das ließe sich allerdings durch eine Vergesellschaftung von Vonovia und Co. beheben.“

