Schwarz-Rot verwehrt geflüchteten Kindern in Berlin das Recht auf einen integrativen Schulplatz

Zum Senatsbeschluss, in weiteren Gemeinschaftsunterkünften Kinder separiert zu beschulen, statt sie gemeinsam mit anderen Kindern an regulären Schulstandorten lernen zu lassen, erklärt Franziska Brychcy, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Berlin:
 

„Der schwarz-rote Senat muss diesen katastrophalen, bildungspolitischen Irrweg umgehend beenden und stattdessen weitere Kapazitäten an regulären Schulstandorten schaffen. Die Möglichkeiten der Bildungsverwaltung sind dafür keineswegs ausgeschöpft. So könnten durch eine bessere gesamtstädtische Steuerung bei der Einrichtung von Willkommensklassen, die Nutzung von Schulräumen im Schichtbetrieb sowie die befristete Anhebung der Zumessungsfrequenz auf 15 Schüler*innen pro Willkommensklasse kurzfristig mehr als 2.000 Schulplätze an regulären Schulen entstehen. Diese und weitere Vorschläge haben wir als Linksfraktion in einem Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht.

Alle Kinder und Jugendliche in Berlin haben ein Recht auf Bildung, egal woher sie kommen. Die dauerhafte, separierte Beschulung geflüchteter Kinder in Gemeinschaftsunterkünften schottet sie vom Rest der Gesellschaft ab und verlangsamt u.a. ihre Sprach- und soziale Entwicklung. Mit der isolierten Beschulung geflüchteter Kinder in Gemeinschaftsunterkünften gefährdet der Senat mutwillig die Integration einer ganzen Generation von Berliner Kindern.

Statt Beschulungsangebote in die Unterkünfte zu bringen, erwarten wir von der Bildungsverwaltung, dass sie alle Maßnahmen ausschöpft, alle Kinder und Jugendliche in Berlin mit vollwertigen Schulplätzen zu versorgen.

 

Anlage: unveröffentlichte Anfrage, aus der hervorgeht, dass die tatsächliche Durchschnittsfrequenz in den Willkommensklassen aktuell bei 13 Schüler*innen in 926 Willkommensklassen liegt. Durch eine Anhebung auf 15 Schüler*innen könnten kurzfristig ca. 2.000 weitere Schulplätze entstehen.

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