Aus für die Sommer-Mehrfachkarte: Schwimmen wird zur teuren Hürdenrallye
Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) haben kurz vor dem Start der Freibadsaison still und leise die beliebte Sommer-Mehrfachkarte abgeschafft. Im vergangenen Jahr wurden davon noch über 20.500 Stück verkauft. An die Stelle des flexiblen 70-Euro-Tickets, das einen Badbesuch für faire 3,50 Euro ermöglichte, rückt nun ein komplexes Abo-System mit drei Bäder-Kategorien. Wer etwa in der Nähe von beliebten Freibädern der Kategorie 1 (wie Neukölln oder Kreuzberg) wohnt, für den verdoppelt sich der Preis faktisch auf 7 Euro für ein Einzelticket. Neben der massiven Verteuerung sorgt vor allem die mangelnde Barrierefreiheit für Unmut: Der Online-Zwang beim Abschluss der mit Mindestlaufzeiten versehenen Abos stellt gerade für ältere Menschen eine erhebliche Hürde dar.
Dazu erklärt Claudia Engelmann, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:
„Das von den Bäder-Betrieben im vergangenen Jahr eingeführte, noch kompliziertere Preissystem, sorgt bei den Berlinerinnen und Berlinern wie von uns schon damals befürchtet zu Irrungen und Wirrungen. Was von den Verantwortlichen als ‚transparent und fair‘ verkauft wird, ist in Wahrheit ein unsoziales Tarif-Chaos, das für viele Menschen faktisch eine Verdoppelung der Eintrittspreise durch die Hintertür bedeutet.
Hinzu kommt: Wenn die einzige Möglichkeit für die Inanspruchnahme von Rabatten darin besteht, ein unübersichtliches Bäder-Abo abzuschließen, das zwingend online verwaltet werden muss, dann werden damit neue Barrieren insbesondere für ältere Menschen geschaffen. Schwimmen darf weder zur Kostenfalle noch zur digitalen Hürde werden!
Wir fordern den schwarz-roten Senat auf, dieses bürokratische Abo-Monster zu stoppen. Die unkomplizierte, günstige Sommer-Mehrfachkarte muss sofort zurückkehren – und zwar analog und barrierefrei direkt an der Schwimmbadkasse kaufbar.“

