Feministische Politik
Berlin ist das einzige Bundesland, in dem der 8. März, der Internationale Frauentag, ein Feiertag ist. Ein Tag zum Feiern, Demonstrieren und Kämpfen! Denn auch in Berlin gibt es noch längst keine Geschlechtergerechtigkeit. Im Gegenteil: Pandemie und Krisen haben bestehende Ungleichheiten bei Einkommen, Vermögen, Arbeitsbedingungen, Freizeit, Zugängen und gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder verschärft. Frauen sind auch in Berlin Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt.
Umso verheerender sind die unter dem CDU-SPD-Senat wiederholt erfolgten Versuche die Unterstützung für Berlins Fraueninfrastrukturen, für Projekte gegen geschlechtsspezifische Gewalt oder Frauenförderstrukturen zu kürzen. Dem haben wir uns entgegengestellt und den Widerstand dagegen parlamentarisch unterstützt. Wir streiten für die Aufhebung aller Strukturen, die allen Menschen aufgrund ihres Geschlechts gleiche Teilhabe und eine freie Wahl von Lebensentwürfen verwehren.
Berlins feministische Infrastruktur steht unter Druck – Wir stehen an der Seite der Projekte!
Ein Praxis-Update aus den Berliner Frauenprojekten, Antigewaltberatungen und feministischen Zentren.
Für unsere Arbeit ist der direkte Draht zur Praxis besonders wichtig. Deshalb suchen wir regelmäßig den direkten Austausch mit Vertreterinnen der Berliner Fraueninfrastruktur. Beim jüngsten Treffen mit unserer Sprecherin für feministische Politik, Claudia Engelmann, wurde einmal mehr deutlich: Die Einrichtungen, die tagtäglich überlebenswichtige Arbeit für Frauen in Not leisten, werden von politischer Seite massiv im Stich gelassen.
Es brennt an vielen Ecken – und der Senat muss dringend handeln, statt diese unverzichtbaren Strukturen weiter zu schwächen.
Die zentralen Herausforderungen im Überblick:
- Finanzielle Unsicherheit & ausufernde Bürokratie: Obwohl Kürzungspläne teilweise zurückgenommen wurden, stagnieren die Budgets. Bei steigenden Kosten bedeutet das reale Einschnitte. Hinzu kommt, dass Zuwendungsbescheide oft erst kurz vor knapp eintreffen – langfristige Planung? Fehlanzeige. Gleichzeitig frisst ein immer größerer bürokratischer Aufwand wertvolle Zeit, die eigentlich für die Beratung von Frauen dringend gebraucht wird.
- Wohnungsnot blockiert Wege aus der Gewalt: Der kaputte Berliner Wohnungsmarkt ist für schutzsuchende Frauen und Alleinerziehende eine riesige Hürde. Es fehlt an angemessenem Wohnraum, und die verdeckte Obdachlosigkeit von Frauen wird politisch noch immer ignoriert. Zusätzliche Hürden bei Behörden und Jobcentern verschärfen die ohnehin prekäre Lage.
- Projekte werden gegeneinander ausgespielt: Statt Tariftreue und gute Bezahlung für alle sozialen Berufe sicherzustellen, gibt es seitens der Verwaltung Tendenzen, feministische Projekte und Migrantenorganisationen bei der Finanzierung gegeneinander auszuspielen, um Standards nach unten zu drücken. Gleichzeitig wächst die Sorge vor profitorientierten Trägern, die mit gesenkten Standards in den Antigewaltbereich drängen.
- Marginalisierte Gruppen geraten unter die Räder: Gleichstellung muss alle Lebensrealitäten umfassen. Doch die Realität zeigt: Geflüchtete und migrantische Frauen stehen vor immer höheren Hürden, etwa durch fehlende Sprachkurse oder Asylrechtsverschärfungen. Zudem gibt es besorgniserregende Hinweise, dass queere Zielgruppen im geplanten Gewalthilfegesetz vernachlässigt werden könnten.
Unsere Haltung als Linksfraktion:
Gleichstellung und Gewaltschutz sind keine netten Zusatzleistungen, sondern absolute Pflichtaufgaben! Wenn die vielfältige Fraueninfrastruktur durch Sparzwänge wegbricht, trifft das die verletzlichsten Gruppen unserer Stadt am härtesten.
Wir fordern eine verlässliche, langfristige Finanzierung, den Abbau von Bürokratie und echte Wertschätzung für die Arbeit der Träger. Wir bleiben im engen Schulterschluss mit der Praxis und kämpfen weiter für ein solidarisches, sicheres und feministisches Berlin.
23. April 2026, Girls'Day in der Linksfraktion, Abgeordnetenhaus von Berlin
Auch in diesem Jahr lädt die Fraktion Die Linke am Girls Day wieder interessierte Mädchen ins Abgeordnetenhaus ein, um ihnen einen Einblick in den Werdegang und die Arbeit von weiblichen Abgeordneten zu ermöglichen. In diesem Jahr steht ein Treffen mit unserer stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Elif Eralp auf dem Programm. Sie wird u.a. darüber sprechen, wie sie eigentlich zur Politik gekommen ist, wie ihr politischer Alltag als Frau aussieht, wie sie ihre Führungsrollen erlebt und welche Themen ihr besonders wichtig sind.
Und wir wollen ins Gespräch kommen: Was erwarten Mädchen und jungen Frauen von Politik und Gesellschaft? Welche Ziele habt sie? In welchem Berlin wollen sie leben? Was macht ihnen Sorgen und wofür wollen sie sich starkmachen?









