Bus und Bahn müssen bezahlbar bleiben!

Nachdem die Berliner Sozialsenatorin erst am Wochenende verkündete, dass der Preis für das Berliner Sozialticket nochmals steigen soll, wurde nun verkündet, dass sowohl der Preis für das Deutschlandticket als auch die Fahrpreise im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg steigen sollen.

Dazu erklärt Kristian Ronneburg, Sprecher für Mobilität der Fraktion Die Linke:

„CDU, SPD und BSW haben kein Interesse an bezahlbarer Mobilität in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Ansonsten hätten sie weder einer Tariferhöhung im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg noch der Preiserhöhung für das Deutschlandticket zustimmen dürfen.

Bei steigenden Mieten, hoher Inflation und einem unsicheren Arbeitsmarktumfeld wäre es das Mindeste die Fahrpreise stabil zu halten, um Teilhabe und Mobilität sicherzustellen. Stattdessen wird nun entgegen dem Koalitionsversprechen von CDU und SPD der Preis für das Deutschlandticket weiter erhöht und auch viele weitere Ticketangebote im Berliner Nahverkehr werden teurer oder verschwinden. 

Wir fordern die in Berlin und Brandenburg Verantwortung tragenden Parteien dazu auf, diese Preiserhöhungen zulasten der Fahrgäste zurückzunehmen und für bezahlbare Mobilität in Bus und Bahn zu sorgen. Wir brauchen jetzt, das vom Senat versprochene, aber bislang nicht umgesetzte Azubi-Ticket auf der Basis des Deutschlandticket und - wie in anderen deutschen Städten auch - einen Sozialtarif für das Deutschlandticket.“

Hintergrund:
Sozialsenatorin Kiziltepe (SPD) verkündete, dass zum 1.1.26 der Preis für das Berliner Sozialticket 27,50 Euro betragen soll. Nach der bereits zum 1.4.25 erfolgten Preiserhöhung von 9 auf 19 Euro ist dies nun eine Verdreifachung des Preises innerhalb kürzester Zeit.

Der Preis für das Deutschlandticket soll ab Januar um 8,6 Prozent auf 63 Euro im Monat steigen. Darauf verständigten sich die Verkehrsministerinnen und -minister der Länder einstimmig, also auch mit expliziter Zustimmung von Verkehrssenatorin Bonde (CDU). Bereits zu Jahresbeginn war der Preis des Tickets von 49 Euro auf 58 gestiegen. Dieses Vorgehen ist ein klarer Bruch des Koalitionsvertrags von CDU und SPD aus dem Mai 2025, in dem festgehalten wurde, dass der Anteil der Nutzer*innen-Finanzierung am Deutschlandticket ab 2029 schrittweise und sozialverträglich erhöht werden solle.

Auch die Fahrpreise im Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg erhöhen sich ab 2026 um sechs Prozent. Dies hat der Aufsichtsrat des VBB beschlossen. Der Einzelfahrausweis für das Berliner Stadtgebiet soll demnach ab 2026 erstmals 4 Euro – 20 Cent mehr als derzeit - kosten. Das Vier-Fahrten-Ticket für den Bereich AB kostet künftig 12,40 Euro und damit 80 Cent mehr als derzeit. Die Einzelfahrt im Tarifbereich ABC, wird um 30 Cent teurer und kostet ab Januar 5 Euro. Der Preis für eine AB-Kurzstrecke innerhalb Berlins steigt um 20 Cent auf 2,80 Euro.
Zudem nimmt der Verbund einige Tarife aus dem Angebot. Verschwinden wird das VBB-Abo 65Plus. Nicht mehr angeboten wird künftig zudem die Tarifstufe BC. Auch die 7-Tage-Karte sowie die Jahreskarten für alle Zielgruppen und die 10-Uhr-Karte in Berlin werden verschwinden.