Leuchttürme in einer Wüste der Unterfinanzierung – Exzellenzanspruch in der Breite kaum noch aufrechtzuerhalten

Zur Entscheidung des Wissenschaftsrates den Verbund der drei großen Berliner Universitäten, Humboldt-Universität, Freie Universität und Technische Universität, auch künftig im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zu fördern erklärt der wissenschaftspolitische Sprecher und Vorsitzende der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Tobias Schulze:

„Ich gratuliere den Berliner Universitäten zur Fortsetzung der Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie. Alles andere wäre auch eine weitere Katastrophe für den Hochschulstandort Berlin mit kaum zu überschauenden Folgen gewesen.

Angesichts der dramatischen Kürzungen, durch die selbst eine hoch geachtete Archäologie der Humboldt Universität geschlossen werden soll, kann der Exzellenzanspruch in der Breite kaum noch aufrechterhalten werden. Dieser Wettbewerb stellt Leuchttürme in eine Wüste der Unterfinanzierung.

Der gemeinsame Antrag der drei Universitäten und der Charité im Rahmen der Berlin University Alliance hat das einstige Konkurrenzdenken abgelöst und den Ansatz der Kooperation gestärkt. Nicht nur angesichts der finanziellen Herausforderung muss diese Integration der Berliner Wissenschaft fortgesetzt werden – auch unter Einbezug der Hochschulen der angewandten Wissenschaft (HAW) und der außeruniversitären Forschung. Hierarchien und unsinnige Abgrenzung bringen die Wissenschaft nicht nach vorn.

Um strategische Entscheidungen über Forschungsschwerpunkte, Studiengänge und Investitionen in die maroden Gebäude treffen zu können, sollte die Wissenschaftssenatorin endlich die Wissenschaft an einen Runden Tisch holen und gemeinsam ein Zielbild bis 2035 erarbeiten. Wenn die gerade erst eingesetzte Perspektivkommission 2027 Empfehlungen abgibt, sind die meisten Kürzungsentscheidungen bereits getroffen. Sie kommt zu spät.“